Osteopathie-Jetzt, Friederike Kaiser

Osteopathische Behandlungen werden in den letzten 20 Jahren in Deutschland bei unterschiedlichen Beschwerdeformen zunehmend nachgefragt und angeboten. Zunächst wurden sie hauptsächlich bei akuten und chronischen Beschwerden im Bewegungsapparat eingesetzt – aber ursprünglich gedacht von Andrew Taylor Still, dem Begründer, war  Osteopathie ein ganzheitlicher, auf alle Beschwerdebilder anwendbarer Therapieansatz.

_schaedel_280x210_95.jpgDank der vielen Erfolge im 20-ten Jahrhundert, die die Schulmedizin im Bereich Medikamente und Chirurgie und Medizintechnik zu verzeichnen hatte, wird man heute sicher in vielen Fällen eher ein Medikament oder eine Operation wählen, aber immer mehr Patienten versuchen bei internistischen (inneren), neurologischen (nervenbedingten) oder gynäkologischen  Krankheitsbildern  unterstützend zu konventionellen Therapien osteopathische Behandlungen einzusetzen.

Ein weiterer Bereich, in dem die Osteopathie häufig nachgefragt wird, ist die Kinderheilkunde. Schreibabys, Kinder mit Asymmetrien oder Schulkopfschmerzen werden inzwischen auch von Kinderärzten gerne an Osteopathen verwiesen.

Osteopathen betonen ausdrücklich: sie können nicht Heilen, sie können nur den Organismus dabei unterstützen, auf die von der Natur vorgegebenen eigenen Ressourcen zur Bewältigung von Problemen zurückzugreifen.

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Und wie sieht nun der theoretische Hintergrund für die Wirksamkeit der Osteopathie aus?

Bindegewebe, d. h. die Grundsubstanz, aus der ein menschlicher Körper besteht, ist nicht nur der Ort, wo die Ernährung der Zellen und Informationsweitergabe stattfindet, sondern dort werden auch Traumata aller Art gespeichert.

Im Bindegewebe (manche Osteopathen sprechen auch von Faszien) gibt es verschiedene Fasern und glatte Muskeln, die auf Zug, Druck, Stoß, aber auch psychische Verletzungen und akute oder chronische Vergiftungen reagieren und manchmal nicht von alleine diese Informationen wieder loslassen. Das führt dann zu sogenannten Verklebungen oder Bewegungsverlusten im menschlichen Körper. Dadurch können Einschränkungen in der Bewegung der Gelenke, Störungen in der Flüssigkeitszirkulation im Gehirn, Durchblutungsstörungen in Organen oder dem Gehirn und Nervenirritationen entstehen. Die normale, gesunde Funktion einzelner Körpersysteme werden so gestört – und die Folgen können sich überall manifestieren.

Die meisten von uns Menschen haben kleine Bewegungsverluste irgendwo in ihrem Körper - und solange wir diese kompensieren können – geht es uns gut.

Wenn jedoch zuviele verschiedene Bewegungsverluste überlagern, ist der Organismus möglicherweise überfordert, seine normalen Aufgaben zu erfüllen. So können Beschwerden entstehen.

Osteopathen arbeiten am Bindegewebe. Sie verwenden dazu unterschiedliche Herangehensweisen, manche legen nur sehr sanft die Hände auf, andere machen chiropraktische Eingriffe und mobilisieren ziemlich handfest den Körper ihrer Patienten. Warum das funktioniert und die meisten Patienten mit der Arbeit ihrer Patienten zufrieden sind, ist noch nicht wirklich erwiesen. Dass es funktioniert, wurde und wird in vielen wissenschaftlichen Studien bewiesen ( auch wenn in der Öffentlichkeit oft etwas anderes behauptet wird).

-> Forschungsergebnisse unter: http://www.osteopathie-akademie.de/research.html, oder
http://www.wso.at/neu/index.html
und dort unter “Osteopathie” dann Link “Forschung”.
Oder international: http://ostmed.hcs.unt.edu


Das von mir favorisierte Modell bei der Behandlung dieser Bewegungsverluste ist, dass die glatte Muskulatur, die es im Bindegewebe gibt, sich durch Traumata verspannt. Durch sanfte Annäherung oder Dehnung der verspannten Fasern haben diese die Möglichkeit sich zu lösen und wenn danach eine Bewegung in die bisher eingeschränkte Richtung (langsam – aber auch schnell) inititiert wird, lassen sie locker. Danach sind die Gefäße und Nerven, die durch dieses Bindegewebe führen, wieder durchlässig. Damit ist die neurologische Versorgung, aber auch die Durchblutung der entsprechenden Region normalisiert. So kann ein normales Körpergefühl und eine energiesparende Statik des gesamten Körpers wiederhergestellt werden. Die verbesserte Durchblutung von neurologischen Zentren, aber auch das weniger Kraft kostende, harmonischere Zusammenspiel aller Funktionen im Menschen, hat außerdem einen Einfluss auf ein anderes Erleben der Umwelt.

 

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