Osteopathie-Jetzt, Friederike Kaiser

Wichtig ist mir anzumerken, dass sich in den letzten Jahren die Modelle über Behinderungen von Kindern sehr gewandelt haben. Die moderne Hirnforschung hat festgestellt, dass das Gehirn von Kindern ziemlich gut in der Lage ist, die Folgen von etwaigen Verletzungen unter der Geburt oder durch Sauerstoffmangel wieder zu beheben .


Die Idee, die bis Mitte der 90er Jahre galt, dass wir mit einer festen Anzahl von Hirnzellen geboren werden und dann unser Leben lang sie nur deshalb folgenlos zerstören können, weil wir so viele mitbekommen, dass sie uns selten ausgehen, ist widerlegt.

Inzwischen ist erwiesen, dass wir unser Leben lang neue Zellen bilden können! Die Neubildung ist dabei umso schneller, je kleiner die Kinder noch sind.

Wichtig scheint dabei zu sein, dass die Menschen Spass haben, an dem was sie lernen! Je mehr Freude, desto mehr Zellneubildung. (Begley, Sharon: Neue Gedanken - neues Gehirn. Goldmann Verlag, München 2007). Notwendig für die Zellneubildung ist allerdings eine gute Durchblutung des Gehirns und genügend Platz für die Zellen.

Dieses Wissen hat natürlich Auswirkung auf die Behandlung von Kindern. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass Kinder mit Behinderungen, die sowohl osteopathische Behandlungen, als auch eine sinnvolle Förderung durch Eltern, KrankengymnastInnen, LogopädInnen und ErgotherapeutInnen erhielten, sich weitaus besser entwickelten, als es zunächst vorausgesagt worden war.

Es gibt bisher leider noch keine wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse über die Zuverlässigkeit von solchen Therapien. Deshalb möchte ich davor warnen, die Erwartungen zu hoch zu hängen – aber ich würde auch nichts unversucht lassen.

Im Falle von Interesse rufen Sie Ihre/n OsteopathIn doch bitte an – es kann dann zunächst telefonisch besprochen werden, wie die Situation und der Behandlungserfolg einzuschätzen ist.

Die Behandlungsdauer bei Kindern ist in der Regel 25 Minuten. Davor wird zuerst die Krankengeschichte aufgenommen und Veränderungen besprochen. Das heißt, Sie müssen für den ersten Termin 45, für die Folgetermine 35 Minuten einplanen.

Nach der Behandlung sollten die Kinder keine körperlich anstrengenden Termine haben und möglichst am selben Tag das Toben unterlassen!

Eine osteopathische Behandlung kann die gewohnte Balance zwischen den Muskeln unde Gelenken verändern. Das ist ja auch Teil der Idee. Aber im Gegensatz zu Erwachsenen, die ihre veränderte Wahrnehmung spüren und kürzer treten, gehen Kinder gerne über ihre Grenzen. Wenn sich zum Beispiel das Gleichgewichtsgefühl verändert, ist die Unfallgefahr größer. Deshalb am Behandlungstag etwas ruhigere Aktivitäten einplanen.

-> Newiger, Christoph: Osteopathie, so hilft sie Ihrem Kind. Trias-Verlag 2005

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